Taxi, Taxi

Eins vorneweg: Ich bin nett zu Kellnern, Taxifahrern, Paketkurieren, Kassiererinnen und Verkäuferinnen. Und gebe gern Trinkgeld. Weil ich die knochenharten Arbeitsbedingungen einiger dieser Dienstleistungsberufe aus Erfahrung kenne und weiß, dass einem das Lächeln da schon mal vergehen kann. Aber! Seit einer Weile ist Schluss mit großzügig. Zumindest was Taxis in Wiesbaden angeht.

Es ist immer wieder nett, wenn die subjektive Wahrnehmung objektiv bestätigt wird. In diesem Fall meine Wahrnehmung, dass Wiesbadener und Frankfurter Taxis das, pardon, Ätzendste sind, in das man beförderungstechnisch steigen kann. And by ätzend I mean: teuer, unfreundlich, ortsunkundig, des Deutschen nicht mächtig, siffig.

Die letzten Male, als ich hier eine gelbe Droschke benutzte, waren alle unschön. Einmal landete mein Allerwertester auf einem Pizzarest. In fast allen Fällen stank das Gefährt wie ein Aschenbecher. Ein anderes Mal lag neben meinen Stiefeln etwas, das ich lieber im Nachhinein nicht definiert haben möchte. Und dass man den ersten Ring mit 90 hochbrettern und rote Ampeln überfahren kann, ohne geblitzt zu werden, wusste ich auch nicht.

Wiesbadener wie Frankfurter Taxifahrer bringen es auch mal fertig, einen kofferbepackten Gast mit den Worten »issesukuzze, kannssu lauffe« wegzuschicken, trotz telefonischer Vorbestellung mitten in der Nacht stehenzulassen oder spontan vier Kilometer vor dem Fahrziel auf der Landstraße auszusetzen. Selbstverständlich ohne den Koffern auch nur nahe zu kommen.

Dass es sich hierbei mitnichten um Einzelfälle handelt, bestätigt nun der ADAC in seinem Taxitest 2009. Hier landet die hessische Landeshauptstadt im bundesdeutschen Ranking auf dem vorletzten Platz. (Zur Ehrenrettung des Wiesbadener Taxiwesens: Das 4er Funktaxi ist spitze.)

Wehmütig muss ich an Hamburg denken. In meiner Lieblingsstadt ist Taxifahren ein Vergnügen. Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück? Meine Erfahrung: Es kostet viel weniger als im Rhein-Main-Gebiet, die Autos sind blitzsauber, die Fahrer freundlich und so artikulationsfähig, dass sich auch mal eine Diskussion über Quantenphilosophie, Fußbetteinlagen, italienischen Schlager, portugiesische Restaurants oder den Dritten Weltkrieg entspinnt. Ach ja. Ein Fahrer hat, kicher, den Preis abgerundet, weil wir ihm was vorgesungen haben. Ob es sich dabei um Begeisterung oder Mitleid handelte, wissen wir nicht.

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