Mehr »Oomph« bitte!

Ja, ich bin ein Kind der Achtziger Jahre. Nicht in Sachen Klamotten *grusel* aber geschäftlich. Von 1986 bis Ende der Neunziger herrschte für professionelle Autoren ein goldenes Zeitalter. Wer eine zündende Idee hatte und über genügend Biss, Kompetenz und Verve verfügte, diese zeitnah umzusetzen, konnte sicher sein, einen Vertragspartner zu finden. Weil uns alle – Verlage, Handel, Werbeagenturen, Presse, Kreative – etwas verband: die Lust am Machen. Konstruktiv, geil auf gute Projekte, schöne Geschichten, Umsatz und Erfolg. »Oooomph« eben. Was laut Englisch-Wörterbuch soviel bedeutet wie »lebendig, energiegeladen, ausdauernd, mit Stehvermögen ausgestattet, schlagkräftig, aktiv.

Zeitsprung nach 2011. Von »Oomph« keine Spur. Ob in Agenturen, Redaktionen oder Sendeanstalten : Statt Klartext oder wenigstens der Bereitschaft, »etwas zusammen machen« zu wollen, schlägt mir eine Muffwolke entgegen, die mir die Luft zum Atmen raubt. Dort, wo früher der Wunsch nach Machenwollen als Triebfeder wirkte, erlebe ich heute häufig ein irrationales, ängstliches Zaudern. Selbst bei absolut »safen« Umsatzbringern mit Charme und Zugkraft. Wie kann das sein? Heda, Verwerter! Warum macht ihr euch so klein, dass ihr unter der Auslegeware Turmspringen könnt?

Wo sind die Macher, Entscheider, Visionäre und Ärmelhochkrempler geblieben, die Millionenauflagen verkaufen und einen untrüglichen Riecher für Qualität haben? Alle gen Lanzarote und Ibiza geflüchtet? Mist. Ist hier womöglich eine ähnliche Entwicklung fällig wie in der Musik? Die Urgesteine kehren ja nur deshalb aus dem Ruhestand zurück, weil die 25-Jährigen nicht wissen, wie man anständig rockt und deshalb gähnende Langeweile auf den Bühnen herrscht. Klingeltöne und blutleeres Werbegewäsch sind nun mal kein Ersatz für echte Musik …

Ich liebe es, meine Ideen zu pitchen und Menschen dafür zu begeistern, das Ganze unter Vertrag zu bringen und dann zielstrebig zu realisieren. Je zügiger, umso besser. Wenn ich das mache, bin ich in meinem Element. Glücklicherweise finde ich meist früher oder später jemanden, der noch nicht in der allgemeinen Zombiestimmung versunken ist, sondern sich etwas von seinem »Oomph« bewahrt hat und mitzieht.

Mehr davon! Deshalb nochmal heda, diesmal an den Weltgeist: Bitte bring mich mit Leuten zusammen, die machen statt labern. Die sagen, was sie meinen. Die Rückgrat besitzen, klare Entscheidungen treffen und umsetzen. Ich habe keine Lust mehr auf wirbellose Zauderer. Ich will mehr gute Projekte realisieren, verkaufen, bewegen, aktiv sein. Ich suche Gleichgesinnte. Menschen mit »Oomph«. Nicht irgendwann, sondern JETZT!

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2 Kommentare zu „Mehr »Oomph« bitte!

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