Man fragt mich Sachen

Poller 

Das Vergnügen kann auf Illusion beruhen, doch das Glück beruht allein auf der Wahrheit.
(Nicolas Chamfort)

Man fragt mich Sachen.
Ungefragt.
Behauptet, ich wüsste ziemlich viel über ziemlich Vieles.
So?
Fordert Antworten. Selbstverständlich. Und reagiert verschnupft, wenn ich antworte »weiß nicht.«
So.
Noch verschnupfter, wenn ich sage, was ich denke: »Ey, ich bin weder die Auskunft noch das Orakel von Elfi. Die Antworten sind in dir, nirgendwo sonst, spür halt hin.«
Immer da lang, wo’s wehtut. Ziept’s im Handgelenk, bohrt’s in der Schläfe, brennt’s im Bauch, reißt’s im Rücken, und dann diese Scheißangst, manchmal, nachts beim Aufwachen?
Stopp, nicht gleich wegmachen!
Nicht gleich Mittel einwerfen, ablenken, fernsehen, telefonieren, mailen, Wahrnehmung zerschießen.
Annehmen, Ruhe und Hinfühlen.
Da sind sie doch, die Antworten. Alle. Laut und deutlich. Sie schmelzen sich durch gefrorenes Was-wäre-wenn und legen Möglichkeiten frei. Genau dann, wenn sie gebraucht werden.
Glück ist ein Tunwort.
Klarheit auch.
Oder ums ganz banal zu sagen: Sich mit trotzigen Fragen gegen das Jetzt zu stemmen ist ungefähr so sinnvoll, wie eine Hainschnirkelschnecke dazu bringen zu wollen, sich Socken zu stricken.
(Nimm das, Metaphernsammlung.)

Advertisements

5 Kommentare zu „Man fragt mich Sachen

Gib deinen ab

    1. Hammmmmm…. also, ich kannte mal eine Kuh, die arbeitete in einem Boulevard-Zeitschriftenverlag. Eigentlich ganz nett, aber sie hatte eine merkwürdige Eigenschaft: Sie gackerte den lieben langen Tag indiskrete Gerüchte über Schauspieler und Adlige ins Diktiergerät. Kollegen stellten eines Tages fest, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen Intensität des Gackerns und bevorstehendem Eisprung gab…. gildet das auch?

      (Ja, ich weiß, ganz billisch, aber bei der Vorlage… 😎

      1. hühner… seltsame gattung federvieh….. schmecken ganz gut…. und machen einen höllenlärm nach jedem ei, das sie gelegt haben. wozu sie den alarm machen, weiß „man“ nicht so genau – resp. ist sich nicht einig. die einen sagen: aus stolz über die getane arbeit. die anderen glauben an sozialgegacker nach tagwerk. die dritten glauben, sie signalisierten dem hahn, dass sie jetzt mal ne weile keine ´begattung brauche. alles keine wirklich rein tierischen verhaltensweisen, oder? 🙂

    1. »Man« sind die Antworten-fordernden Personen, welche ich leider aus datenschutzrechtlichen Gründen öffentlich nicht benennen darf und daher als dritte Person Nominativ verallgemeinere, wodurch jedoch keinerlei Bezugsverwirrung entsteht, da Pronomina erster ( = Autor) und zweiter ( = Leser) Person benannt sind. Nicht vergleich- oder verwechselbar mit der generellen Substituierung aller acht Personalpronimina, wie in diesem Beitrag ausgeführt 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: