BALU

Soeben retour von einem kleinen, feinen Konzert der Sängerin Balu. Was für eine Freude! Wer mich kennt, der weiß, welche hohen Maßstäbe ich bei deutschen Texten und Liedern anlege. Balu platziert die Latte geschmeidig noch ein Stück höher. Ihre Geschichten sind präzise, poetisch, ihre Stimme ist identitätsstark und pur, ihr Vortrag wunderschön.

Gesehen hatte ich sie das erste Mal diesen Sommer auf dem Frankfurter Museumsuferfest im August. Eher zufällig, im Vorbeigehen, eine von gefühlten hundert Bands an diesem Wochenende. In so einem gigantischen Getöse mit zartem deutschsprachigen Akustikgitarrenpop aufzufallen ist kein Job für Weicheier. Aber sie hat’s geschafft. Schon nach ein paar Takten, die irgendwo zwischen Thrashmetal, 70er Jahre Discobeat, japanischen Sprachfetzen und genervt fauchenden Schwänen an mein Ohr wehten, konnte ich nicht mehr weghören und bin geblieben. BALU hat eine sehr seltene Art von Magie in ihrer Stimme, frei von jeder Künstlichkeit. Da ging was ohne Umwege über den Kopf direkt ins Herz, und ich war plötzlich noch näher am Wasser gebaut als die Bühne am Mainufer. Zack, schön. Sowas passiert mir sehr, sehr selten. (Umso erstaunlicher, dass ich dieses Jahr gleich drei solcher außergewöhnlichen Musikbegegnungen erleben durfte, aber das wäre dann eine andere Geschichte…)

Zu BALUs Bühnenprogramm gehören auch englischsprachige Coverversionen. Was smart ist, weil vielseitig. Trotzdem, ganz ehrlich – ich bräucht’s nicht. Die Covers, bei aller Makellosigkeit und Wiedererkennbarkeit, bleiben in puncto Strahlkraft und Wirkung weit hinter den eigenen Stücken der Sängerin zurück. Wenn sie ihre eigenen Lieder singt, geht die Sonne auf, in jeder Hinsicht.

Auf ihrer übrigens astrein produzierten und gemixten CD »raeume« sind 10 Stücke. Alle tragfähig mit klaren Single-Qualitäten, kein einziges »geht so«-Lied. Die Kombination aus intimen deutschen Texten, sehr direktem Vortrag und clever erdachten Ohrwurm-Refrains ist ein Juwel in der aktuellen Musiklandschaft. Wenn euch der Mainstream-Fake zu den Ohren rauskommt, dann hört mal, was sie macht. Das ist echt!

> https://www.facebook.com/balumusik/
> http://www.balumusik.de

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