Alarm: Menschengemachter Schwerkraftwandel bedroht unseren Planeten!

Wissenschaftlicher Report von Kathrin Elfman.

»Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir alle in 12 Jahren den Boden unter den Füßen!« Mit diesem Satz eröffnete der renommierte Schwerkraft-Experte Prof. Dr. Viegmich den internationalen Schwerkraftschutzkongress. Journalisten aus aller Welt waren zur Präsentation der neuesten Schwerkraftziele angereist. Vor dem Kongressgebäude versammelten sich zahlreiche schulpflichtige Schwerkraftaktivisten und skandierten Parolen wie »Wer nicht hüpft, der fliegt ins Weltall«, »Schwerkraftleugner jetzt enteignen« oder »Wahn statt Physik«.

Einige Punkte sorgten bereits im Vorfeld für Diskussionen, zum Beispiel die geplante Einführung einer verbrauchsabhängigen Schwerkraftsteuer.

»Alle wichtigen Spielzeughersteller sind sich einig, dass der menschengemachte Schwerkraftwandel akuten Handlungsbedarf impliziert«, erklärte Viegmich. »Schließlich wollen wir unseren Kindern einen bewohnbaren Planeten hinterlassen. Man stelle sich vor, nur noch schwebende Influencer bei Instagram! Grauenhaft! Könnten Sie mit dieser Schuld leben?«

»Dafür sehen aber Barbara Schöneberger und Keith Richards dann aus wie neu«, wagte ein Pressevertreter zu kontern. Leider war Dr. Viegmich nicht bereit, sich zu den Vorteilen einer abnehmenden Schwerkraft zu äußern. Auch der potenzielle Nutzen für Klaviertransporte, Stabhochspringer, Frauen mit Körbchengröße DD sowie Dachgeschossbewohner wurden nicht erörtert. Stattdessen rückte Dr. Viegmich den steuerlichen Aspekt in den Fokus. Die verbrauchsbasierte Besteuerung von Schwerkraft sei zur Finanzierung der Schwerkraftziele unumgänglich. Schon viel zu lange würde die Massenanziehung in unbegrenzter Reichweite ohne Abschirmung unentgeltlich genutzt und ausgebeutet.

»Allein in Wacken treiben jedes Jahr Zehntausende Metalfans den Schwerkraftverbrauch durch synchrones Headbangen in die Höhe«, klagte Viegmich. »Das kann und darf so nicht weitergehen! Die gravitionellen Ressourcen des Planeten Erde sind ein kostbares Wirtschaftsgut, welches man verantwortungsvoll nutzen und verbrauchsabhängig besteuern muss. Dies ist übrigens auch im Sinne der Allgemeinheit und ein Beitrag zum Weltfrieden!«

Viegmich begründete seine gewagte These sogleich mit einem Anwendungsbeispiel.

»Übergewichtige Menschen und Headbanger verbrauchen nachweislich mehr Schwerkraft, als dies bei schwerkraftfreundlichen Lebewesen wie Unterwäschemodels, Kaulquappen oder Pokémons der Fall ist. Dadurch entsteht sozialer Unfrieden. Dieser kann durch eine verbrauchsabhängige Besteuerung verhindert werden.« Klingt einleuchtend. Wie sieht Prof. Dr. Viegmich das Problem von Steueroasen?

»Natürlich gibt es Länder, in denen ganz viele dünne Menschen wohnen. Die verbrauchen weniger Schwerkraft und bezahlen folglich weniger Steuern. Auch werden Kaulquappen und Kreuzfahrtschiffe deutlich niedriger besteuert als Gummibärchen.«

»Moment«, wandte ein Pressevertreter ein, »warum werden Kreuzfahrtschiffe steuerlich begünstigt? Die sind doch riesengroß!«

»Denken Sie doch nach, Sie Pinsel«, antwortete Viegmich. »Kreuzfahrtschiffe schwimmen. Auftrieb und so. Dadurch verbrauchen sie von Natur aus wenig Schwerkraft. Und durch das Wasser, das sie verdrängen, entstehen hübsche Wellen. Über die freuen sich Menschen, gehen schwimmen, verbrennen Kalorien und verbrauchen hinterher noch weniger Schwerkraft als vorher. Win-win, Sie verstehen?«

»Aber wieso Gummibärchen? Die können doch nichts für den Schwerkraftwandel. Sind klein, leicht und schön bunt!?«

»Ja, und sie können Menschen dick machen! Diese Tortengrafik hier beweist, dass Gummibärchen zu den gefährlichsten Schwerkraftschädlingen gehören. Direkt nach Adventskalendern und Käsekuchen. Wir müssen endlich konsequent handeln und die Schuldigen nach dem Verursacherprinzip in die Pflicht nehmen. Nur so können wir unsere Schwerkraftschutz-Ziele bis 2030 erreichen! Wir dürfen dieses wichtige Thema nicht den unverbesserlichen Schwerkraftleugnern überlassen.« Für schwerkraftsparsame oder schwerkraftneutrale Verbraucher solle es hingegen Steuervorteile geben.

»Wer beispielsweise nicht mit seiner Schwiegermutter oder zwei Rottweilern, sondern mit einem Wellensittich zusammenlebt, bezahlt weniger Schwerkraftsteuer.«

Der Archäologe Dr. Markus Ausbuddel gab sich kritisch und wies darauf hin, dass die Schwerkraft doch seit Abermillionen Jahren tadellos funktioniere, immerhin sei sie verantwortlich für die Entwicklung unserer Galaxie und lenke Planeten, Monde und Stechmücken. Viegmich begegnete dem Einwand gewohnt kompetent.

»Das stimmt gar nicht. Pupsgesicht! Lesen Sie Ihr Horoskop. Da steht drin, dass die steuerlich festgelegte Durchschnittsgravitation von g = 9,80665 m/s2 bereits mehrmals aufgrund einer nicht ÄhUh-konformen Abweichung sowie schwankender Zentrifugalkräfte und Höhenprofile kawumm. Ja. Sehen Sie? Plüschkissen! Außerdem gibt es keine Stechmücken. Das haben Sie jetzt davon.«

Während die Dolmetscher noch damit beschäftigt waren, politisch korrekte Übersetzungen für Pupsgesicht, Pinsel und Plüschkissen zu finden, meldete sich ein Journalist zu Wort und fragte, was Sumo-Ringer, Gesteinsprobensammler oder Elvis tun sollen, falls sie sich die anteilige Schwerkraft-Steuer nicht leisten können.

»Da bleiben wir ganz fair«, antwortete Viegmich. »Wer die Schwerkraftsteuer nicht bezahlt, hat jederzeit die Möglichkeit, auf die Nutzung von Schwerkraft zu verzichten.« Ein Kollege aus dem Finanzwesen ergänzte:

»Natürlich gibt es auch Ausgleichsmöglichkeiten für Verbraucher, die ihren Schwerkraftverbrauch mittelfristig nicht senken können oder wollen. In Kürze wird die weltgrößte Kapitalgesellschaft das erste Kontingent an Schwerkraft-Zertifikaten auflegen. Mit diesen können schwerkraftfreundliche oder gar schwerkraftneutrale Verbraucher ihren nicht genutzten Schwerkraft-Überschuss in einen Fonds einzahlen und an Großverbraucher verkaufen. Aus den kumulierten Werten ergibt sich eine für beide Seiten zumutbare Besteuerung. Gleichzeitig bieten Schwerkraftzertifikate eine planetenbewusste, nachhaltige Investitionsmöglichkeit für Privatanleger.«

Eine kleine Gruppe Schwerkraftaktivisten durfte an der Konferenz als Gäste teilnehmen. Die Jugendlichen mussten zunächst heftige Kritik einstecken, weil sie durch exzessive Hüpfen in den vergangenen Monaten unverantwortlich viel Schwerkraft verbraucht hatten. Eine Aktivistin fragte schuldbewusst, wie man im Alltag seinen Schwerkraftverbrauch senken könnte, ohne auf lebenswichtige Aktivitäten wie Hüpfen und Brüllen verzichten zu müssen.

»Das ist eine sehr gute Frage«, sagte Viegmich salbungsvoll. »Leider haben wir es häufig mit Schwerkraftleugnern zu tun, die behaupten, die Schwerkraft reguliere sich selbst, und man dürfe in die Natur nicht eingreifen. Dabei weiß jeder, dass das nicht stimmt.«

»Können Sie das an einem Beispiel belegen?«, fragte die Aktivistin.

»Gerne. Nehmen wir zum Beispiel die Sommerferien. Da fahren immer wieder Millionen Menschen in den Urlaub, und dann kippt die Erde nach Süden. Braucht kein Mensch. Also besteuern wir alle Schwerkraftsünder so, dass sie sich keinen Urlaub mehr leisten können. Und jetzt raus hier, alle!«

Gegen Viegmichs souveräne wissenschaftliche Expertise hatten auch die größten Kritiker keine Argumente mehr, und so endete die Konferenz in jeder Hinsicht erfolgreich.

Fassen wir also zusammen: Der menschengemachte Schwerkraftwandel kann durch weniger Headbangen, eine neue Steuer sowie das sofortige Verbot von Käsekuchen und Adventskalendern verhindert werden.

Update: Neuesten Gerüchten zufolge soll auch die Nutzung von Fliehkräften der Erdrotation strenger reglementiert werden, um ein nachhaltiges Rumkugelverhalten des Planeten sichern zu können.

Titelbild: Pixabay

Text © Kathrin Elfman 2013 und 2019.

 Rebloggen/verlinken gerne:-) Nachdruck, auch auszugsweise, sowie jede Bearbeitung und Weiterverwendung nur nach schriftlicher Genehmigung durch mich.

(Ja, du ideenloser Lauch, der mir gelegentlich Texte klaut und dann bei den einschlägigen Plattformen als seine eigenen verkauft, früher oder später immer erwischt, geoutet, mit Disteln beworfen und kostenpflichtig durch mich ersetzt wird, weil sein Chef findet, dass das Original sowieso viel besser ist, DU bist gemeint. Also Flossen weg von meiner Arbeit und erst fragen. Ist legal, günstiger und spaßbringender.)

 

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4 Kommentare zu „Alarm: Menschengemachter Schwerkraftwandel bedroht unseren Planeten!

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  1. Und wieder mal überholt uns die Realität. Zitat: »Durch die Klimaprämie erreichen wir, dass die Menschen mit geringerem Einkommen stärker profitieren, weil diese typischerweise weniger CO2 verbrauchen.« So, nun wissen wir auch das: Menschen verbrauchen nicht nur CO2, nein, der Verbrauch ist sogar einkommensabhängig. Potzblitz. Alle Physikbücher müssen neu geschrieben werden….. Öffentlich abgesondert hat diesen unfassbaren Hirnfick eine Frau Malu Dreyer, kommissarische Leitung der SPD, im Juli 2019.

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