Wieso Textdesign?

Kicher ... Nun mache ich meinen Job schon über 20 Jahre, und plötzlich geistern lauter neue Bezeichnungen für ihn durch die Welt. Bezeichnungen, die irgendwie teuer klingen sollen, die aber keiner so richtig versteht. Es sind weder schöne noch treffende Bezeichnungen. Sie sind doof und denglisch. Anzutreffen bevorzugt in Werbeagenturen, Verlagen und Medienanstalten. Paradoxerweise in... Weiterlesen →

Danke, Hans Paetsch!

Heute am 7. Dezember würde er seinen 104. Geburtstag feiern: Hans Paetsch. Die wundervolle, unverwechselbare Stimme, die uns als Kinder in die Phantasiewelten von Jorinde und Joringel, das Wirtshaus zum Spessart, der kleine Muck, Ali Baba, Sindbad und Aladin samt Wunderlampe führte. Nicht zu vergessen die vielen, vielen Hörspiele von H.G. Francis, die durch Hans... Weiterlesen →

Der Moment

Der Moment, in dem du aufhörst zu träumen und aufwachst und merkst, dass alles ist, wie es sein soll. So schön, so scheußlich, so seltsam profan. Pervers, banal, poetisch, rätselhaft. So falsch und kaputt, absolut vollkommen. Zeit fließt nicht, schon lange nicht mehr. Sie schmilzt sich ihren Weg durch gefrorenes Sein und bringt es in... Weiterlesen →

Wie ich stumme Protagonisten zum Sprechen bringe

Manchmal schraube ich tagelang an ein paar Seiten rum und komme nicht voran. Nein, keine Schreibblockade. Aber die Figuren in meinen Geschichten geben sich gelegentlich kapriziös, haben Befindlichkeiten. Schütten sich mittags Tequila in den Hals, färben sich die Haare, wollen andere Namen, eine Allergie oder ein neues Auto und weigern sich, das zu sagen, was... Weiterlesen →

Nichtraucher-Schutzgesetz?

Soso, in NRW gilt nun also das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz. Klingt ein bisschen wie Artenschutzgesetz, oder? Als ob Nichtraucher eine vom Aussterben bedrohte Spezies seien. Aber huch, was ist das? Kaum veröffentlicht, zieht die Meldung einen Rattenschwanz rußschwarzer Endzeit-Szenarien hinter sich durch den Blätterwald. Haufenweise müssten nun Kneipen schließen, weil die zahlenden Raucher nun ausblieben. Tausende,... Weiterlesen →

Man fragt mich Sachen

  Das Vergnügen kann auf Illusion beruhen, doch das Glück beruht allein auf der Wahrheit. (Nicolas Chamfort) Man fragt mich Sachen. Ungefragt. Behauptet, ich wüsste ziemlich viel über ziemlich Vieles. So? Fordert Antworten. Selbstverständlich. Und reagiert verschnupft, wenn ich antworte »weiß nicht.« So. Noch verschnupfter, wenn ich sage, was ich denke: »Ey, ich bin weder... Weiterlesen →

Das Universum kann nur Präsens!

Ja, es nimmt Ausmaße an, das unbedachte Daherplappern von Affirmationen mit anschließendem Gejammer darüber, dass sie Realität werden. Ein paar Beispiele, die uns allen schon begegnet sind: »Scheißmontag!« »Lieber arm und gesund als reich und krank.« »Als Künstler hat man's immer schwer.« »Das Geld geht schneller weg, als es reinkommt.« »Ich hab Probleme.« »Die da... Weiterlesen →

Kathrin spricht #1: Ich mache mir ein Bild von dir

»Alles Gedachte bleibt irreal.« Dachte Nietzsche. Und lag damit völlig falsch. Das Gedachte wird nicht nur real, es hat inzwischen sogar die göttliche Schöpfung abgelöst. Diese grelle digitale Finsternis, die uns umgibt, sie ist vollkommen. Alles, was Licht erzeugen könnte, haben wir vergessen...   http://www.youtube.com/watch?v=s75t8IozZBs »Alles Gedachte bleibt irreal.« Dachte Nietzsche. Und lag damit völlig... Weiterlesen →

ÄhUh-Sonderbeschluss: Schwerkraft wird privatisiert

Die Nachricht lockte Journalisten aus aller Welt nach Brüssel zur größten Pressekonferenz des Jahres. Dort trat, stellvertretend für die ÄhUh und die drei weltgrößten Energie- und Wasserkonzerne, Herr Dr. Viegmich Britzeldödel vor die Mikrofone. Man sei sich der enormen logistischen Herausforderung bewusst, so Britzeldödel, die Privatisierung sei aber, wie schon zuvor beim Wasser, unumgänglich. Es... Weiterlesen →

Wer ist »man«, und warum?

von Kathrin Elfman Wer ist »man?« Ein vom Unterbewusstsein konstruierter semantischer Gefechtspanzer, aus dessen Schutz heraus sich mörsern lässt, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Weil »man« praktischerweise das »Ich« von jeglicher Verantwortlichkeit entbindet? Dialog heute früh. Gudrun: »... hat man sich zusammengesetzt und drüber geredet.« Ich: »Wer hat sich zusammengesetzt?« Gudrun: »Ich und die Kollegen.... Weiterlesen →

Elf Tipps für bessere Geschichten

Nachdem es in »Elf Tipps für bessere Texte« um Auftrags- und Werbetext ging, sprechen wir heute über eine Situation, die vor allem Romanschreiber kennen (und manchmal fürchten): eigene Stoffe präsentationsreif machen und pitchen. Ja, knifflig! Aber der schmale Grat zwischen »supergute Geschichte, her damit« und »näh, wollemernet« muss keiner sein. Und los geht's. Wie immer... Weiterlesen →

Liebeserklärung an die Kladde

Reduziert auf das Wesentliche: »Erzähl die Geschichte!« Einfach die Geschichte. Wahrhaftig, filterlos. Schreiben, was ist. Sinnliches Gutfühl, durch keine App simulierbar. Wahrnehmen ... und dann: Gedankenblitze, Blitzgedanken. Traumfragmente. Storylines. Klappentext. Songtext. Dialog. Monolog. Prolog, Epilog. Gedächtnisprotokoll. Schönes, Scheußliches, Poetisches, Profanes. Drehbuchanfang, Abspann. Romanplot. Kolumne, Essay, Podcast. Kurzgeschichte. Nachhall, Déjà-vu, Predelay. Oneliner. Titel, Lösungsweg. Briefing. Claims, Headlines, Pitch. Ideengefunkel... Weiterlesen →

Kreativencoaching 2012: Just fake it?

von Kathrin Elfman Neulich beim Gesangslehrer. Lehrer: »Schön, dass du hier bist. Was möchtest du lernen?« Schüler: »Ich will so singen wie Xavier Naidoo.« Lehrer: »Das ist einfach. Züchte dir ein Hühnerauge und zieh enge Stiefel an.« Schüler: »???« Lehrer: »Herr Naidoo singt nicht, er jault. Ich bin aber Vocalcoach, kein Jaulcoach, tut mir leid.«... Weiterlesen →

Neuromarketing: Warum der manipulierbare Kunde eine Illusion ist

von Kathrin Elfman Das Wort an sich kann nichts dafür, dass es sich wie ein Schimmelpilz verbreitet. Es ist passiv, ein Kunstwort. Und doch, das sogenannte »Neuromarketing« gilt neuerdings als Pflichtdisziplin in meinem Beruf. Dabei sind die dahinter stehenden Wissenschaften alles andere als neu. Warum also jetzt? Und warum so simplifiziert? Hirnforschung, Psychologie, Neurobiologie und... Weiterlesen →

Elf Tipps für bessere Texte

von Kathrin Elfman Deutsch ist eine wundervolle, kraftvolle klare Sprache. Ich liebe sie! Sie kann nicht nur Informationen vermitteln, sondern auch Gefühle auslösen, Kauflust erzeugen, Leben retten, Paradoxien plausibel erklären, die Ausschüttung von Glückshormonen anregen und Sachverhalte vermitteln, die in anderen Sprachen unsagbar sind. Kraftvoll und präzise, aber bei Bedarf auch voller zarter verspielter Metaphern.... Weiterlesen →

Hände weg von meinen Falten!

von Kathrin Elfman Besuch beim Hautarzt. Alle 5-10 Jahre lasse ich meine gefühlten zwei Millionen Sommersprossen kontrollieren, um sicherzugehen, dass sich keine davon heimlich in etwas Unlustiges verwandelt. Der Hautarzt ist nicht nur Hautarzt, sondern auch plastischer Chirurg. Was mich grundsätzlich noch nicht misstrauisch stimmt, schließlich arbeite ich auch interdisziplinär. Nachdem er alle Sommersprossen inspiziert... Weiterlesen →

Gender Pay Gap, oder: Die Frau sei dem Manne untertan?

von Kathrin Elfman Es wird mal wieder über die sogenannte Gender Pay Gap diskutiert. Weil Frauen weniger verdienen als Männer. 23 Prozent, und so weiter. Gleicher Lohn bei gleicher Leistung und Qualifikation, lautet die Forderung. Völlig zu Recht. Und weiter? Leider werden wieder nur alte Zöpfe aufgedröselt, durchgewuschelt und zu noch alberneren Frisuren zusammengefriemelt, statt... Weiterlesen →

»Frau Elfman, schreiben Sie mal was Lustiges über den Wulff?«

»Oder Guttenberg. Oder diesen Dingens, den mit dem Ausländerbuch! Sie fassen solche Sachen immer so süffig in Worte, die Leser mögen das. Machen Sie's?« Nein, mach ich nicht, trotzdem danke für die Anfrage. Ich schreibe über Dinge, die mich interessieren, und zu denen ich etwas zu sagen habe. Auf Wulff, Guttenberg et al. trifft beides... Weiterlesen →

Weihnachtsgroteske: Medienmenschen spielen »obdachlos«

von Kathrin Elfman Die Idee ist nicht neu. Trotzdem wird sie jedes Jahr wieder aus dem Hut gezogen. Redakteure, Laienschauspieler, Fernseh-Praktikanten und Möchtegern-Journalisten verkleiden sich als Obdachlose, um in Deutschlands Städten die Hilfsbereitschaft vermeintlich gut situierter Bürger zu testen. Nun also auch hier, im Rhein-Main-Gebiet nahe Frankfurt, dem Zauberreich der Richter und Bänker. Eine Schauspielerin und... Weiterlesen →

Reden wir mal über Geld und Qualität

Dass sich hauptberufliche Autoren seit ca. drei Jahren warm anziehen müssen, ist kein Geheimnis. Marktlandschaften sind zusammengebrochen, Traditionsverlage und etliche Werbeagenturen mussten aufgeben oder wurden von Großkonzernen geschluckt. Werbung und Buchmarkt kultivieren glücklicherweise ein relativ stabiles Qualitäts- und Preisniveau. Auch für Drehbuchautoren schaut's gut aus. Doch viele kommerzielle Publikumsmedien unterliegen einer wahrhaft unappetitlichen Inflation. Legitimiert... Weiterlesen →

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