»Frau Elfman, schreiben Sie mal was Lustiges über den Wulff?«

»Oder Guttenberg. Oder diesen Dingens, den mit dem Ausländerbuch! Sie fassen solche Sachen immer so süffig in Worte, die Leser mögen das. Machen Sie's?« Nein, mach ich nicht, trotzdem danke für die Anfrage. Ich schreibe über Dinge, die mich interessieren, und zu denen ich etwas zu sagen habe. Auf Wulff, Guttenberg et al. trifft beides... Weiterlesen →

Weihnachtsgroteske: Medienmenschen spielen »obdachlos«

von Kathrin Elfman Die Idee ist nicht neu. Trotzdem wird sie jedes Jahr wieder aus dem Hut gezogen. Redakteure, Laienschauspieler, Fernseh-Praktikanten und Möchtegern-Journalisten verkleiden sich als Obdachlose, um in Deutschlands Städten die Hilfsbereitschaft vermeintlich gut situierter Bürger zu testen. Nun also auch hier, im Rhein-Main-Gebiet nahe Frankfurt, dem Zauberreich der Richter und Bänker. Eine Schauspielerin und... Weiterlesen →

Neue VÖ: »Liebe machen, aber wie?«

»Jeder zweite Partner geht heimlich fremd.« Klingt vertraut, oder? Ob im TV, in Online-Magazinen oder im privaten Gespräch: Diese und ähnlich reißerische Aussagen scheinen im gesellschaftlichen Dialog als Normalitätsbeschreibung verankert zu sein. Von der logischen Umkehrung dieser Behauptung, die konsequenterweise »jeder Zweite bevorzugt sexuelle Treue« lauten müsste, fehlt in der öffentlichen Diskussion jede Spur. Schon... Weiterlesen →

Inspirierender Guckstoff

Auf der Buchmesse entdeckt, ausnahmsweise mal kein Lesestoff, sondern etwas zum Schauen, Staunen und Gutfinden: »Aim High, Keep Moving!« Eine bezaubernd gestaltete, dicke Schwarte über 10 Jahre OFFF-Festival (Gingko Press ISBN 8492643617 Infos: http://www.offf.ws). Aufgemacht wie ein Scrapbook, schrill, kreativ, non-linear, eine echte Fundgrube für das buchstabenmüde Auge. If you say something, I see something;-)

Reden wir mal über Geld und Qualität

Dass sich hauptberufliche Autoren seit ca. drei Jahren warm anziehen müssen, ist kein Geheimnis. Marktlandschaften sind zusammengebrochen, Traditionsverlage und etliche Werbeagenturen mussten aufgeben oder wurden von Großkonzernen geschluckt. Werbung und Buchmarkt kultivieren glücklicherweise ein relativ stabiles Qualitäts- und Preisniveau. Auch für Drehbuchautoren schaut's gut aus. Doch viele kommerzielle Publikumsmedien unterliegen einer wahrhaft unappetitlichen Inflation. Legitimiert... Weiterlesen →

Ich schreibe wie Hegel, Nietzsche, Kafka und Rilke?

Das behauptet zumindest die FAZ und das dort platzierte Text-Analysetool »ich schreibe wie«. Nachdem ich den Prolog meines neues Romans »Lepleja und der tausendjährige Fernseher« eingab, verkündet das System: Georg Wilhelm Friedrich Hegel Neugierig geworden kopiere ich eine Sexszene desselben Manuskripts ein. Diese erinnert laut Analyse an Franz Kafka. Der Epilog des Buches wiederum sei an... Weiterlesen →

Mehr »Oomph« bitte!

Ja, ich bin ein Kind der Achtziger Jahre. Nicht in Sachen Klamotten *grusel* aber geschäftlich. Von 1986 bis Ende der Neunziger herrschte für professionelle Autoren ein goldenes Zeitalter. Wer eine zündende Idee hatte und über genügend Biss, Kompetenz und Verve verfügte, diese zeitnah umzusetzen, konnte sicher sein, einen Vertragspartner zu finden. Weil uns alle –... Weiterlesen →

Vom Wesen der Wertschätzung

Ein schöner Sommertag im Juli 2011. Telefon klingelt. Mittelgroße Network-Werbeagentur ruft an. Agentur: »Frau Elfman, wir haben Ihre Blogs gelesen!« Ich: »Prima. Dafür sind sie da.« Agentur: »Wir finden das gaaanz toll, was Sie machen. Ihre Art zu schreiben ist genau das, was wir suchen. So intensiv, so urban-kraftvoll und gleichzeitig feinsinnig! Sie sind in... Weiterlesen →

Wo tut’s denn weh?

Das Leben als Empath ist nicht immer einfach. Boah, ja, was für ein klischeehafter Allgemeinplatz als Opener. Aber ich darf das;-) Kundenmeeting zwecks Projektplanung. Nettes Gespräch, man mag sich und kann miteinander. Wenn da nicht ... Ich merke es schon während der ersten Minuten. Der gutgelaunte, selbstsichere Mann, der mir gegenübersitzt, ist traurig und verletzt.... Weiterlesen →

Schein oder Nichtschein

Interessante Meta-Strömung: Die Licht-und-Liebe-Schwafelwelle schwappt ins virtuelle Wi-Wa-Werbeparadies! Auf immer mehr Agenturseiten findet sich neuerdings ein Menüpunkt, den es früher nicht gab: das moralische und ethische Selbstverständnis. Was steht da nicht alles Wohlklingendes! Hehre Grundsätze, humanistische Werte, buddhistisch angehauchte Philosophien, wir sind die Guten, Namasté. Welch übelriechende Blüten dieses Kommunikationskraut treiben kann, durfte ich kürzlich... Weiterlesen →

Es kam, wie es kommen musste

von Kathrin Elfman »Es kam, wie es kommen musste.« Sprach's, begann zu glimmen wie ein Glühwürmchen im Juni und erzählte mir von ihrer leidenschaftlichen Liebesnacht mit einem sehr attraktiven, sehr verheirateten Mann. Sie, das ist meine Freundin Benni. Ebenfalls verheiratet, heißt eigentlich Maria Benediktine. Statt ihre Eltern aufgrund der erzkatholischen Namenswahl auf seelische Grausamkeit zu... Weiterlesen →

Über Lichtgestalten und Schattenfrauen

Wie sich das wieder ineinanderfügt: Soeben habe ich ein weiteres lustvolles Werk bei meinem Verleger abgeliefert, das in Kürze als Taschenbuch erscheinen wird. Diesmal handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um erotische Erzählungen. Genauer: pornografische Liebesgeschichten mit Protagonisten, die sich im Alter von 40-50 ihrer wahren sexuellen Identität bewusst werden und das Leben... Weiterlesen →

Ghostwriting: die unbesungenen Werke

Manche Autorendisziplinen sind ideal, um werbewirksam von sich reden zu machen. Die stehen in meiner Publikationsliste und erfreuen sich lustiger Medienpräsenz. Andere nicht. Obwohl sie ebenfalls spaßbringend sind und mich trefflich ernähren. Zum Beispiel Ghostwriting. (Um etwaigem Kalauer-Alarm zuvorzukommen: Nein, ich verfasse keine Doktorarbeiten. Auch keine freundlichen Werbetexte über Rüstungsindustrie, Pelzhandel oder Tabakkonzerne.) Im Moment... Weiterlesen →

Schwer en vogue: Esoschwurbel

Es ist das next big thing des modernen Wohlstandsmenschen. Man benutzt nicht mehr seinen freien Willen und wachen Geist, sondern lässt sich von seinem »Meister, »Guru«, »Schamanen«, »Heiler«, »Lehrer« oder »Yogi« erklären, wie die Welt geht. Gut, kann man machen. Man kann sich auch eine Bratpfanne nehmen und jeden Morgen zweimal kräftig damit vor die... Weiterlesen →

Fahrscheinziehen reloaded

Tatort: ein Bahnhof im Rhein-Main-Gebiet. Ich hab's eilig, will nach Hause, hechte auf den Bahnsteig und lese »S1 Wiesbaden in 4 Minuten« in der Fahrplananzeige. Hurra. Noch schnell das Ticket ziehen, wie immer. Denkste. Das Universum hat beschlossen, mir eine Lektion in Vergänglichkeit zu erteilen. Der vertraute Fahrkartenautomat wurde durch einen Monolithen mit unheilvoll pulsierendem... Weiterlesen →

Vom Geheimtipp zum Kultroman: »Camouflage – und dann kommt die Angst«

Norderstedt/Wiesbaden, Februar 2011. Rund elf Jahre nach Erstveröffentlichung erscheint der utopische Thriller »Camouflage – und dann kommt die Angst« als überarbeitete Version neu in der Edition BoD. Geschrieben von Kathrin Elfman, entdeckt von Herausgeber Vito von Eichborn, der für seine Edition nur 12 Bücher pro Jahr auswählt. »Akte X aus Wiesbaden!«, jubelte damals die BILD.... Weiterlesen →

Zaubermausi und Engelchen

Ja, ich bin ein Teilzeitlurch. Ich lese recherchehalber in diversen Foren und Communitys, ohne dort selbst Beiträge zu verfassen. Beispiel Frauenforum, eines von vielen. Dort schreibt »Zaubermausi« über ihre aktuelle Lebenssituation: Studierte Architektin in Teilzeitanstellung, verheiratet, drei Kinder im Teenageralter, lernt aktuell die chinesische Sprache in einem Intensivkurs und lebt eine Affaire mit einem verheirateten Mann.... Weiterlesen →

Unwort: Schneechaos

Nun haben wir uns grade an die unsäglichen Steigerungen von tot, exklusiv und optimal gewöhnt, zucken bei Erwähnung sogenannter »sterblicher Überreste« nicht mehr gepeinigt zusammen, da kommt die schreibende Zunft mit einem neuen mistigen Kunstwort ums Eck: Schneechaos. Heilige Löschtaste, wer denkt sich bloß so einen Mist aus? Und warum multiplizieren es Zeitungen und elektronische... Weiterlesen →

Impulse mit Tiefenwirkung

Wieder einmal freue ich mich über eine kreative Zusammenarbeit. Für Richard Gaisbauer, selbständiger Berater, Coach und Trainer für Menschen in Unternehmen und Organisationen, durfte ich ein neues Coaching-Angebot in Worte fassen. Was mir sofort auffiel: Richard Gaisbauer kommt ohne werbliches Getöse aus. Statt dessen entdeckte ich in seinem Leistungsangebot die leisen Töne, die dafür umso länger... Weiterlesen →

Sammy, ein Telefon, der Alien und ich

Heute zieht es Samantha (mit englischem th, nicht Zementa) und mich zum Hafen. Schiffe gucken. Ja, trotz der Kälte. Wir teilen uns eine Portion Pommes und beobachten die beiden Eisbrecher, die mit viel Lärm das Hafenbecken durchkreuzen. Fähren und Privatboote liegen still. Nur die Frachter und Kreuzfahrtschiffe schieben sich geräuschvoll durch die kühlschrankgroßen weißen Brocken. Auf... Weiterlesen →

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